„Ich dachte wegen der Schulden an Selbstmord“
Dinslaken – Wendler wehrt sich! Nach den Pleite-Schlagzeilen und dem Rummel um die Privatinsolvenz, meldet sich der Schlager-Star zurück. Fünf Tage Mallorca-Urlaub liegen hinter ihm. Die Balearen-Sonne hat sein Gesicht leicht gerötet.
Michael Wendler (35) in (s)einer Villa. Das Haus gehört Freundin Claudia. Der Erfolgssänger (aktuelles Album „Unbesiegt“) will gegen den Insolvenz-Wirbel kämpfen. Er sitzt auf einer weißen Ledercouch (gehört auch der Lebensgefährtin) holt tief Luft, spricht.
Sie zeigen sich gerne mit teuren Autos. Dabei haben Sie offiziell vor sechs Jahren Privatinsolvenz angemeldet. Herr Wendler, wie steht es wirklich um ihre finanzielle Situation?
Wendler: „Es ist nicht wahr, dass ich pleite bin. Es ist nicht wahr, dass ich in Saus und Braus lebe, den Gläubigern die lange Nase zeige. Ich habe nie behauptet, dass teure Autos, vor denen ich posiere, mir gehören.“
Wie kam es zum Entschluss, Privatinsolvenz anzumelden, so einem angeblichen Schuldenberg von über einer Million Euro zu entkommen?
Wendler: „Zur Höhe der Summe kann ich nichts sagen, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Die Schulden, gegen die ich schon so lange kämpfe, habe ich nicht selbst gemacht.“
Bitte erklären Sie.
Wendler: „Ich war 21, gerade mit der Ausbildung fertig. Da kam mein Vater, sagte: ,Junge, Du musst die Familie und die Firma retten. Er hatte sein Unternehmen in den Ruin getrieben, war finanziell am Ende. Welches Kind auf dieser Welt würde seinem Vater nicht helfen? Ich sollte mit einer Neugründung alles retten, es sah aber so aus, als hätte ich die Firma übernommen. Da haben viele Gläubiger geklagt. Meine Schulden sind die Schulden meines Vaters.“
Wie konnten Sie als junger Mann mit dieser Last umgehen?
Wendler: „Es war furchtbar. Mit 22 standen plötzlich die Gerichtsvollzieher da. Ich musste einen Offenbarungseid leisten. Irgendwann habe ich dann gedacht, spring doch von einer Autobahnbrücke. Nur meine Freunde und meine Freundin gaben mir Kraft weiterzumachen.“
Wie haben Sie gegen die Schulden in den letzten Jahren gekämpft?
Wendler: „Ich habe 95 Prozent aller Gläubiger mittlerweile zufriedengestellt.“
Ihre Freundin ist Chefin einer Firma, die Ihre Gagen verwaltet. Sie beziehen als Angestellter nur ein relativ kleines Gehalt. Können Sie nachvollziehen, dass diese Situation für Skepsis bei Gläubigern sorgt?
Wendler: „Ich beziehe ein Gehalt, eine solche Geschäftsverbindung ist nicht unüblich. Wenn mich meine Freundin verlassen würde, hätte ich auf einmal gar nichts mehr. Ich bin froh, dass vieles, was mich seit Jahren belastet, jetzt zur Sprache gekommen ist.“
Quelle: www.hpl-event.de Administrator am April 21 2008 17:22:51
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